An meinem 18. Geburtstag – auf dem Weg in die Freiheit

Ich erzähle von meinem Leben mit ME/CFS, den Missverständnissen und dem Mut, neue Wege zu gehen.

5/8/20241 min read

A serene morning light softly illuminating a quiet room with a journal and a cup of tea on the table.
A serene morning light softly illuminating a quiet room with a journal and a cup of tea on the table.

Es gibt Geburtstage, die man feiert. Und es gibt Geburtstage, auf die man wartet wie auf das Ende einer langen Nacht. Meiner war von beidem etwas.

Um Mitternacht wurde ich volljährig. Das klingt nach einer Zahl, nach Papierkram, nach „jetzt darfst du wählen". Für mich bedeutete es etwas anderes: Ab diesem Moment entschied ich selbst. Über meinen Aufenthalt, über meine Behandlung, über meinen Weg. Zum ersten Mal seit langer Zeit lag das wieder bei mir.

Die Wochen davor waren schwer. Ich war krank, ich war erschöpft, und ich hatte das Gefühl, dass nicht meine Krankheit das Problem war, sondern die Frage, wie sie eingeordnet wurde. Was ich körperlich erlebte, wurde lange als etwas anderes gedeutet. Wer das einmal erlebt hat, weiß, wie einsam man sich damit fühlen kann.

An diesem Morgen war das nicht plötzlich vorbei. So funktioniert es nicht. Aber etwas hatte sich verschoben. Ich war keine Akte mehr, über die andere bestimmen. Ich war ich.

Auf dem Weg nach draußen habe ich nicht zurückgeschaut. Das Foto, das diesen Tag zeigt, ist von hinten aufgenommen – und das passt. Es geht nicht darum, woher ich komme, sondern wohin.

Dieser Blog ist mein Anfang. Hier erzähle ich, wer ich bin, was Leben mit einer chronischen Erkrankung bedeutet, und warum es so wichtig ist, Menschen zuzuhören, statt sie zu deuten. Vielleicht liest das jemand, dem es ähnlich geht. Dann ist dieser Text für dich: Du bist nicht allein, und deine Wahrnehmung zählt.

Willkommen. Mein Name ist Sina, und ich fange gerade erst an.

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